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Mittwoch – 22. Juni 2016

Auch in Afrika heißt es: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Bereits um 5:30 Uhr klingeln unsere Wecker und dreißig Minuten später verlassen wir Ouaga in Richtung Süden. Unser Ziel ist das Dorf Tiébélé. Es liegt im Süden Burkina Fasos an der Grenze zu Ghana.

Nach dreistündiger Fahrt über Asphalt- und Sandpisten kommen wir in dem traditionellen Dorf an. Nach kurzer Verhandlung sind wir uns mit dem Guide Matthieu einig und er führt uns durch die afrikanischen Häuser. Wir lernen so einiges über die traditionelle Baukunst und über das Dorfleben. So wird beispielsweise die Grundlage der Wandbemalungen aus Kuhdung hergestellt. Alle weiteren Farben in dem bunten Dorf sind ebenfalls natürlichen Ursprungs.

Auch über die gesellschaftlichen Riten weiß Matthieu einiges zu erzählen: Vor der Hochzeit besucht der zukünftige Ehemann das Haus seiner Braut. Die Anzahl und Qualität der selbst hergestellten Töpferwaren sollen ihm einen Eindruck darüber vermitteln, ob seine Zukünftige eine „gute Partie“ ist.

Nach diesem spannenden Einblick in den burkinischen Alltag fahren wir über Sandpisten weiter zu einer Töpferei. Hier werden von zirka 20 Frauen Schüsseln, Teller und Gefäße in Handarbeit zum Verkauf hergestellt. Dieser Zusatzverdienst soll den Frauen ein zweites Standbein neben der Feldarbeit geben. Der Bau der Töpferei wurde vor ein paar Jahren durch ein belgisches Ehepaar finanziert.

Da inzwischen der Nachmittag angebrochen ist, machen wir uns auf den Rückweg. Denn für heute steht noch ein weiterer Punkt auf unserer Tagesordnung: Katrin Rohde hat uns zum Abendessen zu sich eingeladen. Wir werden von ihr nicht nur köstlich bekocht, sondern mit ihren Erlebnissen und Geschichten aus über 20 Jahren Afrika-Erfahrung auch wunderbar unterhalten. So neigt sich der Tag viel zu schnell dem Ende zu – mit vielen neuen Eindrücken fallen wir erschöpft aber zufrieden in unsere Betten.