DEVELOPmed.aid Montag, 20. Juni 2016 - DEVELOPmed.aid

Montag, 20. Juni 2016

Unser zweiter Tag in Ouaga, wahrscheinlich NOCH aufregender als der erste. Heute heißt es „früh aufstehen“ und los geht´s zur ersten Krankenhausbesichtigung. Unser Ziel heute Morgen ist das „Charles de Gaulles“ – das einzige Kinderkrankenhaus der Stadt, ausgenommen einer kleinen, pädiatrischen Klinik.
Eine Führung durch die verschiedenen Stationen und Gespräche mit einigen Patienten und Betroffenen hinterlassen bei uns wohl Eindrücke, die man nicht allzu schnell vergisst. Von einem Mädchen, mit diversen, schockierend starken und lebensbedrohlichen Verbrennungen bis hin zur onkologischen Abteilung, in der in diesem Land leider manchmal jede Hilfe zu spät kommt, lernt man Menschen und ihre Schicksale kennen, die einen einfach nicht kalt lassen können und die in mir einen starken Drang schüren, weiterhin Hilfe auf irgendeine Art und Weise beizutragen.

Sechs Europäer marschieren im Gänsemarsch durch ein Krankenhaus in der Hauptstadt der Burkinabés – ein interessantes Bild dürfte das abgeben. Doch anstatt vorwurfsvolle, leiderfüllte Blicke zu ernten, erkenne ich nur Freundlichkeit und Dankbarkeit in den Gesichtern; zum Einen der wartenden Patienten, die uns in ihrem Land willkommen heißen, zum Anderen auch der Ärzte, welche froh sind, dass wir ihnen durch unsere finanzielle Unterstützung die Möglichkeit geben, noch mehr Kindern zu helfen.

Ça me rend fou, de voir un enfant malade et ne pas pouvoir l´aider.

(„Es macht mich verrückt ein krankes Kind zu sehen, aber nicht helfen zu können.“)

Es ist ein schönes Gefühl, einen Eindruck unseres positiven Einflusses vor Ort zu bekommen. Am Abend besuchen wir zusammen mit Felix eine Familie, deren 5-jähriger Sohn mit einem chronischen Herzfehler zur Welt gekommen ist. Seit seiner Geburt kommt er regelmäßig zu von uns finanzierten Untersuchungen und Behandlungen.
Um die Krankheit dauerhaft in den Griff zu bekommen, wartet dieser Junge auf die Möglichkeit durch die Hilfe von Hammer Forum die Chance zu bekommen, in einem deutschen Krankenhaus operiert zu werden, da dies die technischen Möglichkeiten seines Heimatlandes überschreitet. Warten und hoffen, diese zwei Verben gehören bedauerlicherweise zu den ganz alltäglichen Tätigkeiten der Menschen in Burkina Faso.