Sonntag – 19. Juni 2016

36 Grad und es wird immer heißer… So jedenfalls fühlt es sich an, als wir nach der ersten Nacht in den drei Gästezimmern im Hof des Restaurants unserer Partnerorganisation AMPO stehen. Gestern Nacht hatte uns unser Mitarbeiter Felix zusammen mit Hervé, einem der AMPO Fahrer am Flughafen von Ouagadougou abgeholt. Es folgte die erste heiße Nacht unter dem Moskitonetz – noch mit wenig Schlaf, die Hitze und das Rauschen des Ventilators ist noch gewöhnungsbedürftig.

Gegen halb acht ruft draußen eine Frauenstimme auf Deutsch nach uns. Es ist Katrin Rohde, die Gründerin von AMPO, die von allen hier nur „Mama“ genannt wird. Sie ist wie jeden Tag schon seit vier Uhr auf den Beinen. Die Tage beginnen früh in Burkina Faso.
Bei ausgezeichneten Omelettes zum Frühstück besprechen wir, was wir in den kommenden Tagen alles erledigen wollen. Zum Glück können wir dabei auf die Fahrer und andere Mitarbeiter von AMPO zurückgreifen – „Kein Problem!“, Katrin macht hier alles möglich.

Als erstes geht es auf der offenen Ladefläche eines Toyota Hillux Pick-Ups durch die Stadt, um eine erste Orientierung zu bekommen, wie die Infrastruktur aussieht und wo die Einrichtungen liegen. Der Place National, der Palast des Moogho Naaba, König der Mossi – einer der größten Volksstämme in Burkina Faso – und, nicht zu vergessen, das Nationalstadion fliegen an uns vorbei.

Am Nachmittag besuchen wir die beiden Waisenhäuser von AMPO , in denen die Kinder nach Geschlechtern getrennt untergebracht sind. Sofort werden wir von ihnen freundlich begrüßt. Wir sehen die einfachen Hütten, in denen die Kinder auf Matratzen auf dem Boden schlafen, das Verwaltungsgebäude und den überdachten Bereich, in dem gemeinsame Aktivitäten wie etwa das Essen stattfinden. Bei den Jungs gibt es zudem ein kleines Fußballfeld, auf dem ein paar Unermüdliche in der Hitze kicken. Und das, obwohl die meisten erst nach Sonnenuntergang wieder essen und trinken werden, denn es ist zurzeit Ramadan und viele der Jungs sind Muslime. Unsere Sportler steigen natürlich sofort mit ein und obwohl der „Ball“ offensichtlich schon seit längerem geplatzt ist und deshalb nur mit den Überresten der Hülle gespielt wird, geht es hoch her.

Am Abend lassen wir den ersten Tag Revue passieren. Dabei stellen wir fest, dass alle, von uns, die zum ersten Mal hier sind, schon jetzt von der Freundlichkeit der Burkinabé begeistert sind. Burkina Faso, das „Land der aufrechten Menschen“, trägt seinen Namen zu Recht. Ab morgen werden wir damit anfangen, unsere Aufgaben zu erledigen. Wir haben viel vor – es wird spannend.