Tagebuch Burkina Faso


Samstag – 25. Juni 2016

Eine anstrengende, aber interessante Woche liegt hinter uns. Wir haben viel über das Leben in Burkina Faso gelernt. Unsere Hilfe vor Ort konnten wir durch zahlreiche Gespräche mit Denis, Felix und dem AMPO-Team weiter verbessern. Durch die Besichtigungen der Krankenhäuser, unserer PatientInnen und der AMPO-Projekten konnten wir sehr gute Eindrücke gewinnen und werden dieses Wissen in unsere Arbeit einfließen lassen. Besonders die Eindrücke vom Kinderkrankenhaus „Charles de Gaulle“ werden uns noch lange in Erinnerung bleiben und uns motivieren die medizinische Versorgung für kranke Kinder auszubauen.

An unserem letzten Tag steht noch ein weiteres Treffen mit Katrin Rohde an. Wir nehmen ein kurzes Video-Interview mit ihr auf und verabschieden uns dann. Katrin hat uns alle mit ihrem großen Herz und ihrem Engagement sehr beeindruckt.

Denis und Felix lassen es sich nicht nehmen und bringen uns persönlich zum Flughafen. Wir verabschieden uns mit schwerem Herzen von den beiden. Für uns ist eins sicher: mit Denis und Felix haben wir zwei tolle Mitarbeiter in unserem Team, die sich mit Verstand und Feingefühl um unsere kleinen PatientInnen kümmern.

Das Flugzeug hebt ab und wir sagen Burkina Faso auf Wiedersehen. Wir alle sind uns einig: das war nicht unser letzter Besuch im „Land der aufrechten Menschen“.

Freitag – 24. Juni 2016

Für die meisten von uns ist heute der vorletzte Tag in Ouagadougou. Wir möchten die Stadt aber nicht verlassen, ohne noch zwei der beeindrucktesten AMPO Projekte zu besichtigen, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden: Die Häuser LINDA und MIA-ALMA.

Das Haus LINDA ist ein Projekt innerhalb der AMPO Krankenstation für unterernährte Babies und deren Mütter. Da einige Mütter aufgrund fehlender Muttermilch und finanziellen Mitteln nicht wissen wie sie ihr Kind richtig ernähren sollen, sind viele Kinder, die in der Krankenstation behandelt werden, unterernährt. Sie werden daraufhin an das Haus LINDA verwiesen, wo die Kinder zuerst gewogen werden und anschließend mit speziellem, besonders nahrhaftem Brei versorgt werden, bis ihre körperliche Entwicklung altersgemäß ist. Die Mütter lernen von AMPO und im Austausch mit anderen Müttern, wie sie den Brei selber mit erschwinglichen Nahrungsmitteln zuhause zubereiten können und somit ihre Kinder richtig ernähren können. AMPO führt auch regelmäßig Hausbesuche bei den Müttern durch.

Nach einem heftigen Regenschauer fahren wir mit den AMPO Mädchen der Häuser MIA und ALMA zu ihnen nach Hause. Die zirka 30-minütige Fahrt im Stehen auf dem Toyota Pick-Up bleibt ein unvergessliches Erlebnis. Tanzend, jubelnd und im Klang eines Djembé fahren wir eng aneinander gereiht durch Ouaga und singen freudestrahlend „Nous sommes les enfants d’AMPO“ („Wir sind die Kinder von AMPO“). Die Mädchen wirken trotz ihrer harten Schicksale sehr fröhlich.

Das Haus MIA-ALMA bietet Zuflucht für verstoßene Mädchen, die oft Schreckliches hinter sich haben. Sie sind geflohen vor Zwangsheirat oder Beschneidung oder sind durch sexuellen Missbrauch und Prostitution ungewollt schwanger geworden. Dies sind Gründe, aufgrund derer Mädchen in Burkina Faso aus ihren Familien verstoßen werden.. Einige der Mädchen werden auch wegen ihrer Aidserkrankung ausgegrenzt.

Das Haus MIA-ALMA ist das einzige Heim in Ouagadougou, welches diesen Mädchen einen Ausweg aus ihrer Situation bietet. Hier können bis zu 50 Mädchen und ihre Kinder aufgenommen werden und die Nachfrage steigt ständig.

Die Mädchen bleiben in der Regel zwei bis drei Jahre bei AMPO und werden in Schneiderei und Hauswirtschaft ausgebildet mit dem Ziel später ein selbstständiges Leben führen zu können. Um sich gegen zukünftige Gefahren zu wappnen, werden die Mädchen zudem zu den Themen Frauenrechte, Beschneidung, Sexualität und AIDS-Verhütung aufgeklärt.

Wir besichtigen die Schneiderei und den Gemüsegarten der Mädchen und lernen anschließend die Grundschritte ihres traditionellen afrikanischen Tanzes, wieder in Begleitung des Djembé und ihres atemberaubendem Gesanges, welches mir Gänsehaut verschafft.

Die Kinder und Mädchen der Häuser LINDA und MIA-ALMA werden mir noch lange in Erinnerung bleiben und ich hoffe sehr, dass ihnen eine gute Zukunft bevorsteht.

Donnerstag – 23. Juni 2016

Die Woche neigt sich dem Ende zu, ein paar Aufgaben stehen allerdings noch aus.

Der heutige Tag beginnt mit unserem zweiten Besuch im Krankenhaus von Kossodo. Nachdem wir beim ersten Mal nach der hier verbreiteten <<façon de faire>> die im Vorfeld besorgten Sachspenden noch nicht übergeben haben, haben wir diese heute dabei. Außerdem stehen uns noch Spendengelder im Wert von 300€ zur Verfügung (ebenfalls im Vorfeld speziell für diese Reise gesammelt), die wir gerne nutzen möchten, um eine <<liste de besoins>> (eine Liste mit dringend benötigten medizinischen Instrumenten) abzuarbeiten.

Zunächst erhalten wir einen tieferen Einblick in die Pädiatrie des Krankenhauses. Und Schwupps ist es passiert – Sarina verliebt sich innerhalb von Sekundenbruchteilen in ein burkinisches Kind, welches gemütlich in ihrem Arm schlummert. Anschließend unterhalten wir uns mit dem Chefarzt des Krankenhauses und stellen ihm unsere Sachspenden vor, welche er (zunächst zurückhaltend, dann mit Begeisterung) begutachtet und entgegennimmt. `De rien, avec plaisir!` Danach erstellen wir gemeinsam eine Liste, die wir später im Plenum während des Mittagessens diskutieren um zu entscheiden, welche wir aus unseren Mitteln finanzieren können.

Am Nachmittag findet das Fußballturnier mit den Waisenkindern von AMPO mit vier Mannschaften à 10 Kindern plus einem <<Nassara>> – also je einem von uns-statt. Abends können wir die 120 AMPO-Kinder mit einem Grillfest und „Bissap“ (dem traditionellen Hibiskusblüten-Getränk aus Westafrika) überraschen. Leider endet das Fest schon viel zu zeitig, da plötzlich ein heftiger Regenschauer eintritt und alle Kinder nach Hause müssen. Das ist der Beginn der Regenzeit in Burkina Faso.

Mittwoch – 22. Juni 2016

Auch in Afrika heißt es: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Bereits um 5:30 Uhr klingeln unsere Wecker und dreißig Minuten später verlassen wir Ouaga in Richtung Süden. Unser Ziel ist das Dorf Tiébélé. Es liegt im Süden Burkina Fasos an der Grenze zu Ghana.

Nach dreistündiger Fahrt über Asphalt- und Sandpisten kommen wir in dem traditionellen Dorf an. Nach kurzer Verhandlung sind wir uns mit dem Guide Matthieu einig und er führt uns durch die afrikanischen Häuser. Wir lernen so einiges über die traditionelle Baukunst und über das Dorfleben. So wird beispielsweise die Grundlage der Wandbemalungen aus Kuhdung hergestellt. Alle weiteren Farben in dem bunten Dorf sind ebenfalls natürlichen Ursprungs.

Auch über die gesellschaftlichen Riten weiß Matthieu einiges zu erzählen: Vor der Hochzeit besucht der zukünftige Ehemann das Haus seiner Braut. Die Anzahl und Qualität der selbst hergestellten Töpferwaren sollen ihm einen Eindruck darüber vermitteln, ob seine Zukünftige eine „gute Partie“ ist.

Nach diesem spannenden Einblick in den burkinischen Alltag fahren wir über Sandpisten weiter zu einer Töpferei. Hier werden von zirka 20 Frauen Schüsseln, Teller und Gefäße in Handarbeit zum Verkauf hergestellt. Dieser Zusatzverdienst soll den Frauen ein zweites Standbein neben der Feldarbeit geben. Der Bau der Töpferei wurde vor ein paar Jahren durch ein belgisches Ehepaar finanziert.

Da inzwischen der Nachmittag angebrochen ist, machen wir uns auf den Rückweg. Denn für heute steht noch ein weiterer Punkt auf unserer Tagesordnung: Katrin Rohde hat uns zum Abendessen zu sich eingeladen. Wir werden von ihr nicht nur köstlich bekocht, sondern mit ihren Erlebnissen und Geschichten aus über 20 Jahren Afrika-Erfahrung auch wunderbar unterhalten. So neigt sich der Tag viel zu schnell dem Ende zu – mit vielen neuen Eindrücken fallen wir erschöpft aber zufrieden in unsere Betten.

Dienstag – 21. Juni 2016

Heute sollte ein sehr produktiver und interessanter Tag werden. Schließlich möchten wir auf unserer Reise viele Eindrücke sammeln und den Effekt unserer Arbeit hier in Burkina Faso erleben und festhalten. Unser treuer Mitarbeiter Felix war so schon am Morgen sehr fleißig und hatte einige Eltern von Kindern kontaktiert. So saßen wir noch beim Frühstück, als der Vater eines Kindes, das gerade aufgrund einer Verbrennung in Deutschland behandelt wird, neben uns. Zwar kannten wir den Fall durch den Bericht unserer Mitarbeiter, doch nun konnten wir uns alles viel besser vorstellen.

Die Ampo-Kinder haben jeden Dienstag Zirkusunterricht, das wollten wir nicht verpassen. So kam es, dass einige von uns an der afrikanischen Tanzstunde teilnahmen, jonglierten oder versuchten Diabolospielen zu lernen. Alles mit afrikanischem Trommel-Groove im Hintergrund. Ein tolles Erlebnis!

Außerdem besuchten wir „Ampo Dispensaire“, die Krankenstation die durch unseren Mitarbeiter Denis geleitet wird. Hier werden täglich bis zu 200 Menschen für einen Obolus von umgerechnet 20 Cent behandelt mit Medikamenten versorgt. Dies steht in engem Zusammenhang mit unserem Projekt Developmed.aid. Wenn die Kinder in einem Krankenhaus aufgrund einer schwerwiegenderen Erkrankung weiterbehandelt werden müssen, kommen wir ins Spiel und tragen die Kosten für diese Behandlung.

Neuerdings gibt es in Burkina Faso nach dem Präsidentschaftswechsel das System der „Gratuité“, das heißt, dass die Behandlung für Kinder von 0-5 Jahren und für schwangere Frauen am Krankenhaus gratis ist. Ein erster Schritt in die richtige Richtung! Doch leider schließt es noch nicht all unsere kleinen Patienten und vor allem nicht jede Art der Behandlung ein.

Auf dem Rückweg fuhren wir zu einer weiteren Familie- in einen Stadtteil wo es keine Straßennamen und auch keine Adressbezeichnung gibt. So holte uns der Vater des Kleinen an der Straßenkreuzung ab. „Nassara“ („ Weiße“) hörten wir aus jeder Ecke, denn hier verirrt sich normalerweise kein Weißer hin. In der Familie angekommen, versammelten sich hier die alle Kinder der Nachbarn um uns zu begrüßen. Damals haben wir die Kosten für die Behandlung einer Lungenentzündung übernommen- die Familie zeigte sich extrem dankbar.

Weiter ging es mit der ganzen Truppe- ins Krankenhaus von Kossodo. Hier wird gerade eine Kinderklinik aufgebaut. Leider gibt es wenige Untersuchungsmaterialien und die bisherige Ausstattung befindet sich in einem katastrophalen Zustand. Für die bald bevorstehende Malariazeit benötigen sie dringend weitere Matratzen.
Da wir ein zusätzliches Projekt in Augenschein nehmen wollten um die medizinischen Versorgungsmöglichkeiten zu verbessern, hatte Denis den Kontakt hergestellt. So war dies ein erstes Gespräch und diente zunächst nur zum Kennenlernen. Mit den zahlreichen Eindrücken des Tages trafen wir uns im Restaurant von AMPO (hier können Waisenkinder eine Ausbildung zum Koch/zur Köchin machen) wieder. Es folgte ein sehr intensives und produktives Gespräch mit Denis und Felix in dem wir über Probleme, Lösungen, Umsetzungen und Perspektiven der Zusammenarbeit besprachen.

Es wurde schon dunkel – zum Abendessen hatten uns Alain und Isabelle, die Lena und ich auf unserer allerersten Reise nach Burkina Faso kennengelernt hatten, zu sich nach Hause eingeladen. Die Freundschaft besteht nun schon seit 5 Jahren und inzwischen haben die beiden geheiratet und Nolan, ihren Sohn zur Welt gebracht. In Burkina macht man Nägel mit Köpfen. Alain ist ebenso Arzt- und arbeitet in der Uniklinik von Burkina Faso. Unglaublich wie gastfreundlich und herzlich die Burkinabés sind. Isa kochte für unsere ganze Truppe, obwohl sie nur einen von uns kannte. Ebenso gehen Freunde in Burkina bei ihren Freunden ein und aus- fühlen sich wirklich dort wie zu Hause. Daher sahen wir Mathias wieder, ein Freund von Alain, der zunächst der Kooperation mit AMPO kritisch gegenüber stand und uns riet im Yalgado zu arbeiten. Zwischenzeitlich hatte er im Kinderkrankenhaus gearbeitet und Felix selbst einige Male kontaktiert. Es war toll von einem Kritiker zu hören, dass er nun begeistert von dem Projekt ist und mit eigenen Augen bezeugen konnte- dass die Hilfe bei den Kindern ankommt.

 

Montag, 20. Juni 2016

Unser zweiter Tag in Ouaga, wahrscheinlich NOCH aufregender als der erste. Heute heißt es „früh aufstehen“ und los geht´s zur ersten Krankenhausbesichtigung. Unser Ziel heute Morgen ist das „Charles de Gaulles“ – das einzige Kinderkrankenhaus der Stadt, ausgenommen einer kleinen, pädiatrischen Klinik.
Eine Führung durch die verschiedenen Stationen und Gespräche mit einigen Patienten und Betroffenen hinterlassen bei uns wohl Eindrücke, die man nicht allzu schnell vergisst. Von einem Mädchen, mit diversen, schockierend starken und lebensbedrohlichen Verbrennungen bis hin zur onkologischen Abteilung, in der in diesem Land leider manchmal jede Hilfe zu spät kommt, lernt man Menschen und ihre Schicksale kennen, die einen einfach nicht kalt lassen können und die in mir einen starken Drang schüren, weiterhin Hilfe auf irgendeine Art und Weise beizutragen.

Sechs Europäer marschieren im Gänsemarsch durch ein Krankenhaus in der Hauptstadt der Burkinabés – ein interessantes Bild dürfte das abgeben. Doch anstatt vorwurfsvolle, leiderfüllte Blicke zu ernten, erkenne ich nur Freundlichkeit und Dankbarkeit in den Gesichtern; zum Einen der wartenden Patienten, die uns in ihrem Land willkommen heißen, zum Anderen auch der Ärzte, welche froh sind, dass wir ihnen durch unsere finanzielle Unterstützung die Möglichkeit geben, noch mehr Kindern zu helfen.

Ça me rend fou, de voir un enfant malade et ne pas pouvoir l´aider.

(„Es macht mich verrückt ein krankes Kind zu sehen, aber nicht helfen zu können.“)

Es ist ein schönes Gefühl, einen Eindruck unseres positiven Einflusses vor Ort zu bekommen. Am Abend besuchen wir zusammen mit Felix eine Familie, deren 5-jähriger Sohn mit einem chronischen Herzfehler zur Welt gekommen ist. Seit seiner Geburt kommt er regelmäßig zu von uns finanzierten Untersuchungen und Behandlungen.
Um die Krankheit dauerhaft in den Griff zu bekommen, wartet dieser Junge auf die Möglichkeit durch die Hilfe von Hammer Forum die Chance zu bekommen, in einem deutschen Krankenhaus operiert zu werden, da dies die technischen Möglichkeiten seines Heimatlandes überschreitet. Warten und hoffen, diese zwei Verben gehören bedauerlicherweise zu den ganz alltäglichen Tätigkeiten der Menschen in Burkina Faso.

Sonntag – 19. Juni 2016

36 Grad und es wird immer heißer… So jedenfalls fühlt es sich an, als wir nach der ersten Nacht in den drei Gästezimmern im Hof des Restaurants unserer Partnerorganisation AMPO stehen. Gestern Nacht hatte uns unser Mitarbeiter Felix zusammen mit Hervé, einem der AMPO Fahrer am Flughafen von Ouagadougou abgeholt. Es folgte die erste heiße Nacht unter dem Moskitonetz – noch mit wenig Schlaf, die Hitze und das Rauschen des Ventilators ist noch gewöhnungsbedürftig.

Gegen halb acht ruft draußen eine Frauenstimme auf Deutsch nach uns. Es ist Katrin Rohde, die Gründerin von AMPO, die von allen hier nur „Mama“ genannt wird. Sie ist wie jeden Tag schon seit vier Uhr auf den Beinen. Die Tage beginnen früh in Burkina Faso.
Bei ausgezeichneten Omelettes zum Frühstück besprechen wir, was wir in den kommenden Tagen alles erledigen wollen. Zum Glück können wir dabei auf die Fahrer und andere Mitarbeiter von AMPO zurückgreifen – „Kein Problem!“, Katrin macht hier alles möglich.

Als erstes geht es auf der offenen Ladefläche eines Toyota Hillux Pick-Ups durch die Stadt, um eine erste Orientierung zu bekommen, wie die Infrastruktur aussieht und wo die Einrichtungen liegen. Der Place National, der Palast des Moogho Naaba, König der Mossi – einer der größten Volksstämme in Burkina Faso – und, nicht zu vergessen, das Nationalstadion fliegen an uns vorbei.

Am Nachmittag besuchen wir die beiden Waisenhäuser von AMPO , in denen die Kinder nach Geschlechtern getrennt untergebracht sind. Sofort werden wir von ihnen freundlich begrüßt. Wir sehen die einfachen Hütten, in denen die Kinder auf Matratzen auf dem Boden schlafen, das Verwaltungsgebäude und den überdachten Bereich, in dem gemeinsame Aktivitäten wie etwa das Essen stattfinden. Bei den Jungs gibt es zudem ein kleines Fußballfeld, auf dem ein paar Unermüdliche in der Hitze kicken. Und das, obwohl die meisten erst nach Sonnenuntergang wieder essen und trinken werden, denn es ist zurzeit Ramadan und viele der Jungs sind Muslime. Unsere Sportler steigen natürlich sofort mit ein und obwohl der „Ball“ offensichtlich schon seit längerem geplatzt ist und deshalb nur mit den Überresten der Hülle gespielt wird, geht es hoch her.

Am Abend lassen wir den ersten Tag Revue passieren. Dabei stellen wir fest, dass alle, von uns, die zum ersten Mal hier sind, schon jetzt von der Freundlichkeit der Burkinabé begeistert sind. Burkina Faso, das „Land der aufrechten Menschen“, trägt seinen Namen zu Recht. Ab morgen werden wir damit anfangen, unsere Aufgaben zu erledigen. Wir haben viel vor – es wird spannend.